01Woraus setzt sich der Preis eines Masterbatch zusammen?
Preis = Pigmentkosten + Träger + Additive + Verarbeitungskosten + angemessene Marge. Den größten Block stellt das Pigment: Titandioxid, hochwertige organische Pigmente sowie Perlglanz- und Effektpigmente liegen weit über Füllstoffen wie CaCO3. Bei Weißmasterbatch kann der Preis zwischen 40% und 70% TiO2 um mehr als das Doppelte auseinanderliegen.
02Welche Faktoren bestimmen den Preis?
Fünf Faktoren: Pigmentart und -gehalt (TiO2, Ruß, organische Pigmente, Effektpigmente), Trägerqualität (Standardharz oder Technischer-Kunststoff-Träger), Konzentration, Dispersionsgüte und Bestellmenge. Effekttypen (Perlglanz, Fluoreszenz, Metallic, Thermochrom) liegen deutlich über den Standard-Schwarzweißtypen.
03Warum unterscheiden sich Weißmasterbatches so stark im Preis?
Die Differenz steckt im Titandioxid: Gehalt (30%-70%), Type (beschichtetes Rutil ist deutlich teurer als Anatas) und Streckmittel wie Kaolin. Preisgünstige Weißmasterbatches enthalten wenig TiO2 und viel Füllstoff – schlechte Deckkraft, hohe Dosierung, und die Kosten je Tonne Fertigteil liegen am Ende oft höher.
04Wie stark beeinflusst der TiO2-Gehalt den Preis?
Titandioxid ist der Kostentreiber im Weißmasterbatch: je 10 Prozentpunkte mehr Gehalt steigen die Rohstoffkosten spürbar und der Preis entsprechend. Nicht den Tonnenpreis vergleichen, sondern die Färbekosten je Tonne Fertigteil = Masterbatchpreis × Dosierung. Hoch konzentrierte Ware ist häufig wirtschaftlicher.
05Was kostet Schwarzmasterbatch üblicherweise?
Der Preis hängt von der Rußqualität (High-Color-Ruß kostet ein Mehrfaches von Standardruß) und der Konzentration (20%-50%). Für Hochglanz und tiefe Schwärze, etwa Gehäusefronten, High-Color-Typen mit 40%-50% und 1%-2% Dosierung; für einfache Strukturteile 25%-30% mit 2%-3%. Wie beim Weißmasterbatch gilt: auf die Kosten je Fertigteil umrechnen.
06Warum ist Buntmasterbatch teurer als Schwarz oder Weiß?
Buntmasterbatch nutzt organische Pigmente (Azo, Phthalocyanin, Chinacridon), deren Synthesekosten weit über anorganischen Füllstoffen liegen. Leuchtfarben (Hochrot, Signalgelb, Brillantblau) verlangen zusätzlich hohe Temperatur- und Migrationsbeständigkeit und treiben die Kosten weiter. Schwarz und Weiß laufen in großen Mengen und verteilen die Fixkosten; Bunt ist meist kundenspezifische Kleinserie.
07Warum sind Perlglanz- und Fluoreszenzmasterbatches teuer?
Die Pigmente selbst sind teuer: Perlglanz nutzt Glimmer mit TiO2-Beschichtung, wobei die Qualität des Glimmers stark streut; Fluoreszenzpigmente erfordern eine aufwendige Verkapselung; Metallic-Effekte arbeiten mit Aluminium- oder Silberpigmenten und verlangen zusätzlich Lösungen für Staubexplosionsschutz und Dispersion. Dazu kommen kleine kundenspezifische Chargen, die sich schlecht kalkulieren lassen.
08Wie berechnet man die Färbekosten je Tonne Kunststoff?
Färbekosten = Masterbatchpreis × Dosierung. Beispiel: Preis 20.000 CNY/t, Dosierung 2% → 400 CNY Färbekosten je Tonne Fertigteil. Vom Lieferanten die Kosten direkt auf das Fertigteil umgerechnet verlangen – das ist aussagekräftiger als der reine Tonnenpreis des Masterbatch.
09Was ist günstiger: Masterbatch oder Pigmentpulver?
Beim reinen Pigmentpreis liegt Pulver 20%-40% niedriger. Rechnet man Vormischen, Staubverluste, Nacharbeit wegen Farbabweichung und Maschinenreinigung hinzu, sind die Gesamtkosten bei kleinen und mittleren Serien gleich hoch oder höher. Großserien in einer Farbe mit eigener Farbabteilung fahren mit Pulver günstiger; Betriebe mit vielen Farbwechseln profitieren klar von Masterbatch.
10Was ist teurer: Masterbatch oder lackierfreier Werkstoff?
Lackierfreie Compounds mit Effektpigment im Werkstoff liegen 20%-50% über der Kombination aus Naturcompound und Effektmasterbatch und müssen komplett verarbeitet werden. Beim Masterbatch verteilen sich die Kosten nur auf die 2%-4% Masterbatchanteil. Bei kostensensiblen, großen Sichtteilen zuerst die Masterbatch-Variante bemustern und vergleichen.
11Wie hängt die Dosierung mit den Kosten zusammen?
Bei gleicher Farbe gilt: höhere Konzentration, niedrigere Dosierung. Preisgünstige Ware wird oft mit 4%-6% dosiert, hochwertige mit 1%-2%; nach Umrechnung liegen die Kosten je Fertigteil oft nah beieinander, während die niedrige Dosierung die Mechanik des Grundmaterials weniger belastet. Die Entscheidung fällt über beide Achsen: Kosten und Eigenschaften.
12Warum nicht einfach das billigste Masterbatch kaufen?
Typische Probleme bei extrem niedrigen Preisen: falsch deklarierter Pigmentgehalt, Rezyklat-Träger, schlechte Dispersion mit Stippen und Fließlinien, große Chargenfarbschwankungen. Das Einfärben macht nur einen kleinen Teil der Bauteilkosten aus – Reklamationen wegen Farbabweichung und Stillstandskosten sind deutlich teurer als die Einsparung. Bei Hauptaufträgen nicht am Masterbatch sparen.
13Wie groß sind die Preisstaffeln bei Mengenabnahme?
Übliche Staffelung: 1 t Testmenge, 5-10 t Kleinserie, über 50 t Rahmenpreis; die Differenz liegt meist bei 5%-15%. Kunden mit stabilem Monatsverbrauch können Quartalspreise fixieren; bei schwankungsanfälligen Pigmenten wie Titandioxid eine Preisanpassungsklausel vereinbaren.
14Kostet die Bemusterung etwas?
Standard-Schwarzweiß und Lagerfarben werden kostenlos gemustert. Bei kundenspezifischen Farben ist es Verhandlungssache: viele Hersteller stellen Kleinmuster frei, bei größeren Mengen oder mehreren Werkzeugversuchen wird eine Musterpauschale berechnet, die mit der Serienbestellung verrechnet wird. Bei uns ist die übliche Farbbemusterung kostenlos, Muster in 2-5 Arbeitstagen.
15Wie hoch ist die Mindestbestellmenge?
Lagerware in Universalqualität ab 25 kg (ein Sack). Kundenspezifische Farben üblicherweise ab 100-300 kg, Sonderfarben ab 500 kg wirtschaftlicher. In der Anlaufphase begleiten wir neue Kunden mit kleinen Musterbestellungen – erst validieren, dann skalieren.
16Welche Angaben braucht man für ein Angebot?
Fünf Punkte: Grundharz und Typ (PP, ABS oder PA), Verwendungszweck (Sichtteil, Strukturteil, Lebensmittelkontakt), Zielton (Pantone-Nummer oder Muster), Verfahren und Temperatur (Spritzguss, Blasfolie, Extrusion) sowie geschätzter Monatsbedarf. Je vollständiger die Angaben, desto genauer der Preis – spätere Nachträge entfallen.
17Wie stark wirkt ein TiO2-Preisanstieg auf Weißmasterbatch?
Titandioxid macht 60%-80% der Kosten im Weißmasterbatch aus, Preisschwankungen werden direkt durchgereicht. In einer Aufwärtsphase bei Langfristverträgen eine Indexklausel vereinbaren oder den Lieferpreis für 1-2 Quartale fixieren. Wir informieren Kunden im Bestellzyklus über die Marktlage, damit Preisanpassungen nicht überraschen.
18Ist das Einfärben von Mahlgut teuer?
Mahlgut hat einen dunkleren Grundton (gelb, grau), die benötigte Masterbatchmenge liegt 0.5 bis 1 Prozentpunkt über der bei Neuware – die Kosten steigen leicht. Kompromiss: zuerst mit Weißmasterbatch oder Aufheller den Grundton neutralisieren und dann überfärben, oder direkt dunkle Farben (Schwarz, Dunkelgrau, Marine) wählen, die den Grundton verdecken. Das ist die günstigste Variante.
19Spart hochkonzentriertes Masterbatch wirklich Geld?
Bezogen auf die Kosten je Fertigteil meist ja: hochkonzentriert mit 1%, mittel konzentriert mit 3% – liegt der Preisunterschied unter Faktor 3, ist die hochkonzentrierte Ware günstiger. Zusätzlich bedeutet 2 Prozentpunkte weniger Dosierung geringere Eingriffe in die Mechanik und stabilere Kennwerte. Voraussetzung bleibt eine ausreichende Dispergierleistung der eigenen Anlage.
20Welche Wege gibt es zur Kostensenkung?
Vier Hebel: Standardfarben auf Lagertypen umstellen (spart Sonderanfertigung), Konzentration erhöhen und Dosierung senken (spart Logistik und Lager), Mahlgut bevorzugt dunkel einfärben (spart Deckkraft) und Rahmenpreis mit Pigment-Indexklausel vereinbaren. Auf keinen Fall auf No-Name-Ware mit niedriger Konzentration ausweichen – der Nacharbeitsaufwand ist höher.
21Welche Fallen lauern bei billigem Masterbatch?
Fünf typische Punkte: falsche Gehaltsangabe (50% deklariert, 35% enthalten), Rezyklat-Träger (Geruch, geringe Festigkeit), unzureichende Temperaturbeständigkeit (Farbumschlag nach der Verarbeitung), keine Chargenfarbregelung, fehlende Konformitätsberichte (Probleme bei Exportaufträgen). Prüfung: Gehalt von einem Dritten messen lassen, Rückmuster der ersten Charge vergleichen, RoHS- und REACH-Berichte vollständig anfordern.
22Was gehört zum Exportpreis?
Exportangebote enthalten in der Regel FOB-Kosten + Verpackung (25-kg-Sack oder Big Bag) + Dokumente (MSDS, COA, Unbedenklichkeitsbescheinigung). Die Seefracht läuft als normaler Chemikalienversand; Perlglanz- und Metallic-Ware braucht Feuchtigkeits- und Druckschutz. Wir exportieren standardmäßig im 25-kg-Sack, auf Wunsch Big Bag oder Palette.
23Warum liegen die Preise im selben Werk so weit auseinander?
Die Kostenstrukturen unterscheiden sich: Schwarz und Weiß laufen in großen Mengen mit günstigen Pigmenten; Bunt- und Effektware nutzt teure Pigmente in kleinen Chargen mit hohem Abstimmungsaufwand; Funktionsmasterbatch enthält Wirkstoffe (Flammschutzmittel, UV-Stabilisatoren), die selbst Hochpreis-Chemikalien sind. Ein Preisverhältnis von 3 bis 10 innerhalb eines Werks ist normal.
24Welchen Anteil haben Masterbatch und Compound an den Bauteilkosten?
Am Fertigteil macht Masterbatch meist nur 1%-3% aus (niedrige Dosierung), den größeren Block stellt der Compound. Aber die Farbe ist der erste Sinneseindruck – und der Schaden durch Farbabweichungen ist anteilig viel größer als der Kostenanteil. Die Priorität im Budget liegt daher auf der Auswahl des Masterbatch, nicht auf dem Feilschen um den Preis.
25Wie viel günstiger ist Lagerware gegenüber Sonderfarbe?
Standardfarben ab Lager (Schwarz, Weiß, Grau, gängige Buntöne) liegen 10%-30% unter kundenspezifischen Farben, weil Abstimmungszeit und Farbverluste entfallen. Wenn der Farbton Spielraum zulässt, zuerst die Lagerserie des Lieferanten prüfen; bei zwingenden Markenfarben gilt: je größer die Menge, desto näher liegt der Preis an Lagerware.